Donnerstag, 11. Mai 2006
Die Einstuendige
n8aktiv, 16:23h
Bei diesem Titel hätte man es sich eigentlich denken können. Aber irgendwie war ich, geblendet durch monatelange Abwesenheit nicht mehr auf die Tücken des Bundesdeutschen Hochschulsystems gefasst gewesen. Kurz und knackig wird das Thema schon durch den Titel „Popliteratur“ auf den Punkt gebracht. Die Auflistung der im Rahmen der Reihe zu behandelnden Autoren, tat ihr Übriges: Benjamin von Stuckrad-Barre, Nick Hornby, Bret Easton Ellis, Alexa Hennig von Lange, Silvia Szymanski, Elke Naters, Joachim Lottmann… Leicht war es also gewesen, mein Interesse zu wecken. Daß dies bei anderen gleichermaßen leicht geschehen könnte, kam mir aber irgendwie nicht in den Sinn. So staunte ich denn also nicht schlecht, als ich rechtzeitig zur angekündigten Stunde den Hörsaal 037 betreten wollte und mich zu diesem Zwecke erst mal durch die von aufgeregt tratschenden Kommilitoninnen blockierte Tür quetschen musste, um dann feststellen zu dürfen, dass bereits jetzt ein Großteil der Plätze belegt war. Ich machte mich daran, einen der verbleibenden Plätze zu ergattern. Viele der freien Plätze waren jedoch schon besetzt – wohl dem, der einen Platzhalter engagiert hat! Willkommen zurück im deutschen Unisystem! Schließlich wurde ich nach einigem Suchen und Nachfragen in der letzten Reihe doch noch fündig.
Gespannt auf die folgenden Darlegungen beobachte ich nun das bunte, lebhafte Treiben der überwiegend weiblichen Studierenden. Nach einigen technischen Problemen und anschließenden Ausführungen zu Verwaltungsfragen (Möglichkeiten für die Erwerbung eines Scheins; Herumreichen eines Spendenkässchens für Kopien begründet in chronisch angespannter Finanzlage des Instituts; Information über die Anlegung eines Seminarordners in der Bibliothek) kann es dann endlich losgehen. Thema heute: Bewusst unvollständige Klärung des Begriffs Popliteratur und exemplarisch: Die unterschiedliche Positionen Joachim Lottmanns („Deutsche Einheit. Ein historischer Roman aus dem Jahr 1995“) und Peter Handkes („Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“) zu den Aufgaben und Möglichkeiten eben derselbigen. Ich folge interessiert den Ausführungen des Dozenten, kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, viele der Anwesenden nutzen die Zeit lieber für ein Pläuschchen mit dem Nachbarn oder zum neokommunikativen Flirten via sms. Ob die Cafeteria dafür nicht einen angenehmeren Rahmen abgeben würde? Die Übrigen versuchen angestrengt den Ausführungen Folge zu leisten, was angesichts der stickig-warmen Luft nicht nur mir immer schwerer zu fallen scheint. Nach einer guten Dreiviertelstunde ist der ganze Spass vorbei und die Meute kann sich endlich schnatternd Richtung heiß ersehnter Zigarette nach Draußen schieben.
Fazit: Inhalt vielversprechend – Rahmenbedingungen gewöhnungsbedürftig.
Gespannt auf die folgenden Darlegungen beobachte ich nun das bunte, lebhafte Treiben der überwiegend weiblichen Studierenden. Nach einigen technischen Problemen und anschließenden Ausführungen zu Verwaltungsfragen (Möglichkeiten für die Erwerbung eines Scheins; Herumreichen eines Spendenkässchens für Kopien begründet in chronisch angespannter Finanzlage des Instituts; Information über die Anlegung eines Seminarordners in der Bibliothek) kann es dann endlich losgehen. Thema heute: Bewusst unvollständige Klärung des Begriffs Popliteratur und exemplarisch: Die unterschiedliche Positionen Joachim Lottmanns („Deutsche Einheit. Ein historischer Roman aus dem Jahr 1995“) und Peter Handkes („Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“) zu den Aufgaben und Möglichkeiten eben derselbigen. Ich folge interessiert den Ausführungen des Dozenten, kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, viele der Anwesenden nutzen die Zeit lieber für ein Pläuschchen mit dem Nachbarn oder zum neokommunikativen Flirten via sms. Ob die Cafeteria dafür nicht einen angenehmeren Rahmen abgeben würde? Die Übrigen versuchen angestrengt den Ausführungen Folge zu leisten, was angesichts der stickig-warmen Luft nicht nur mir immer schwerer zu fallen scheint. Nach einer guten Dreiviertelstunde ist der ganze Spass vorbei und die Meute kann sich endlich schnatternd Richtung heiß ersehnter Zigarette nach Draußen schieben.
Fazit: Inhalt vielversprechend – Rahmenbedingungen gewöhnungsbedürftig.
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