Freitag, 12. Mai 2006
Gottesverstaendnis
"Ach, Gott ist so groß, der erträgt alles. Sogar die Religionen."


Henry Gründler (RTL-Moderator) zur Diskussion um die umstrittene MTV-Sendung "Popetown"

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Phil: Pennsylvania/ States
Wie bereits erwähnt, hatte mich, was das Studium im Allgemeinen betrifft bereits eine gewisse Vorfreude gepackt. Hinzufügen muß ich, dass dies auch meinen neuen Wohnsitz miteinschließt. Dies allerdings nicht wegen einer unbeschreiblich tollen Wohnlage (Bei einem 15-stöckigen Hochhaus wohl kaum möglich. Allerdings muß ich wenigstens für die unglaubliche Aussicht aus dem Fenster eine Lanze brechen.), sondern in der Neugierde wurzelnd, was meine neuen Mitbewohner betrifft. Acht Stück sollten wir sein, die sich einen langgezogenen Flur, mehrere Bäder, eine Küche, zwei Kühlschränke und einen Balkon teilen.
Jedoch scheinen meine neuen Lebensgefährten recht scheue Zeitgenossen zu sein. Jedenfalls bekomme ich zunächst kaum jemand zu sehen.

Dann endlich treffe ich zufällig auf dem Gang Phil.
Wir waren uns bereits zwei Wochen zuvor kurz über den Weg gelaufen. Damals allerdings im Fahrstuhl. Heute haben wir Zeit, ein wenig Smalltalk zu betreiben. Auf die Frage, wo er denn herkomme antwortet er typisch amerikanisch, also schnörkellos kurz, einen gewissen arroganten Unterton unschwer erkennen lassend: „Pennsylvania /States.“ - Als gebe es keinen zweiten Platz auf der Welt, der sich Heimat zu schimpfen lohnen würde.
Das weitere Gespräch dreht sich weiter um die Dauer seines Deutschlandaufenthalts (nun schon das zweite Jahr), seine bisherigen Erfahrungen („I love german Beer and Biergarten!“), etc. Dabei scheint er sich aber für die Verschleierung, dass ihn irgendetwas bedrückt keine besondere Mühe geben zu wollen. Immer wieder unterbricht er sich durch seufzende Schnaufer. Irgendwann tue ich ihm schließlich den Gefallen und Frage nach, ob auch wirklich alles in Ordnung ist. Als hätte er darauf gewartet, gesteht er mir erleichtert, dass er gerade eine harte Zeit durchmache. Er habe vor einer Woche beschlossen, nun endlich zur Drogenberatung zu gehen.

BANG!

Genau das ist es doch, was man sich von einem Menschen zu hören erhofft, den man gerade drei Minuten kennt und mit dem man die nächsten Monate unter einem Dach leben wird! Ich weiß zunächst nicht so recht, wie ich auf die plötzliche Offenbarung reagieren soll. Es erscheint mir am angebrachtesten, ihm einfach weiter zuzuhören. Dabei überlege ich fieberhaft, wie ich jetzt aus dieser mir unangenehm werdenden Situation auf möglichst elegante und wenig verletzende Weise wieder aussteigen könnte. Obwohl mich dringend interessiert, welcher Art genau seine Probleme sind, verkneife ich mir meine Neugierde. Es erscheint mir einfach zu wenig taktvoll. Da höre ich ihn sagen, ihm stehe wohl ein sehr harter Weg bevor. Ich wage nicht zu widersprechen.

Die nächstbeste Möglichkeit packe ich beim Schopfe, um mich unter dem hoffentlich plausibel erscheinenden Vorwand - ich müsse zu einer Sprechstunde bei meinem Dozenten, und mich zuvor noch etwas vorbereiten - aus dem Staub zu machen.

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